1. April Hier nähern sich die Temperaturen schon bald an 40 Grad im Schatten. In Deutschland schneit es. Das soll kein Aprilscherz sein.
Morgens, wenn ich meistens noch schlafe, ist draussen Einiges los. Schon gegen 6 oder früher kommt jemand vorbei und spritzt reihum all die Autos ab, deren Besitzer einen Auftrag dazu erteilt haben. Der ständig vorhandene Wüstenstaub macht sich gnadenlos überall breit. Auch in Fenster- und Türritzen dringt er ein und sorgt dafür, dass sich ein schönes weisses Tuch heftig rötlich verfärbt, wenn du - wie ich- damit in den Ecken im Bad herumwischst. Wie der Lappen nach der Wäsche aussehen wird, weiss ich noch nicht. Einweichen in eine Waschlösung mit Chlor hat schonmal nichts gebracht...
Ab und zu schleicht der Gärtner nach 7 wieder vorbei, schaut nach seinen Bewässerungsergebnissen.
Die Pflanzen im gesamten Compound sind alle sehr gut gepflegt und machen bestimmt reichlich Arbeit. Ich habe den Eindruck, dass jede verwelkte Blüte umgehend entfernt wird und ein müdes Pflänzchen sofort ersetzt wird. Aber anscheinend gibt es auch viele Bewohner, die ihre Blütenpracht selbst noch mit zusätzlichen Töpfen aufpeppen, die dann mitten auf den Gehweg gestellt werden.
Vor jedem Haus im Compound steht eine große offene Tonne, in der Regel mit riesigem grauen Müllsack drin. Dahinein stopft man dann seinen Müll, meist verpackt in eigene Plastiktüten. Im Supermarkt fallen bei einem Einkauf ja mehr als genug davon an.
Eigene Taschen mitzubringen ist ziemlich ungewöhnlich und führt daher bei einigen wenigen Aufpassern zur kurzen Extrakontrolle. Bei uns ist das ja auch noch nicht so lange üblich. Erst seitdem sie Geld kosten oder einfach verboten werden, setzt es sich durch.
Wegen der vielen Katzen ist es nicht ratsam, den Müll am Abend reinzupacken. Pappe oder sonstige etwas grössere Teile werden einfach hinter die Tonne geklemmt.
Die Grösse der Eimer erklärt sich durch die viele Verpackungen der Nahrungsmittel und besonders die unendlich vielen grossen unentbehrlichen Plastik-Wasserflaschen, die sicher nicht regelmässig zusammengepresst werden und somit ein ungeheures Volumen haben. Es kommt ALLES in einen Sack. Wie bereits erwähnt, gibt es noch keinerlei Mülltrennung. Die Idee ist längst geboren, Bemühungen sind im Gang, aber wie überall auf der Welt ist noch nicht richtig angekommen. Das dauert.
Der Ramadan beginnt nicht heute am 1.4.22, sondern erst morgen, am 2.4.
Man befindet sich dann im 9. Monat des islamischen Mondkalenders. In diesem Monat soll der Koran herabgesandt worden sein.
Er endet genau 29 oder 30 Tage später mit dem Zuckerfest. Das heißt in Saudi- Arabien "Id al-fitr". Der Tag des Fastenbrechens am Ende des Fastenmonats ist der zweithöchste islamische Feiertag.
"Der Monat besteht aus 29 Tagen. Fastet erst, wenn ihr sie (die Mondsichel-hilal) seht, und brecht das Fasten erst, wenn ihr sie (wieder) seht. Und wenn (der Himmel) über euch bedeckt ist, so bestimmt ihn/Var. vervollständigt die Zahl der Scha`ban- Tage/ auf 30 (Tage)". -HASITH ABU DAWUD BUCH 13 Nr 2312: AL-BUKHARI BUCH 31, NR. 130-131."
(das habe ich irgendwo herauskopiert) Dieses folgende schwarze Teilstück bekomme ich leider nicht weg...ein technisches Problem, das ich nicht in der Lage bin zu lösen...ärgert mich zwar, aber...
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Wie man sieht, ist im Koran alles festgeschrieben. Allerdings gibt es für wahrscheinlich alles diverse Auslegungsmöglichkeiten. Am wenigsten sicher bei der Festlegung des Ramadan... Er beginnt auf jeden Fall erst, wenn ein Zeuge (wer das wohl ist??? keine Ahnung!) in Mekka die zunehmende Mondsichel am Himmel gesehen hat. Das soll nun nach der Berechnung in diesem Jahr der 2.April sein. Ob das dann bei Sonnenuntergang beim Abendgebet von den Moscheen verkündet wird oder auch im Fernsehen, entzieht sich meiner Kenntnis. Verpassen tut es sicher niemand.
Wie man sieht, ist im Koran alles niedergeschrieben. Es gibt allerdings durchaus diverse Möglichkeiten der Auslegung! Am wenigsten sicher bei der Festlegung des Beginns des Ramadan. Auf jeden Fall beginnt er, wenn jemand (wer???) in Mekka die zunehmende Monsdsichel erstmals am Abendhimmel entdeckt. In diesem Jahr soll das nun am Abend des 2. April sein. Ob das dann am Fernsehapparat bekannt gegeben wird, oder ob es vom Muezzin verkündet wird, das entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.
Es erscheint jedenfalls ratsam, heute noch einen Einkauf zu tätigen. Die Geschäftszeiten während des Ramadan sind stark verändert, und es gibt viele Geschäfte die machen erst abends auf. Wie bei uns an Weihnachten, will man natürlich vor so großen Festtagen alles Notwendige im Haus haben, wenn das abendliche Fastenbrechen (Iftar) beginnt.
Relativ nahe befindet sich ein Supermarkt, in dem ich noch nicht war. Keine Ahnung, wie lange es dauern würde, bis ich alle großen Supermärkte der Umgebung durch hätte. Aber das lohnt sich ja gar nicht. Letztendlich ist das Angebot überall ähnlich, lediglich wenn man spezielle Waren haben will, oder wie bei uns auch besondere Angebote kaufen möchte, muss man auch einen speziellen Markt fahren. Zum Beispiel fahren wir heute zu einem speziellen Metzger, einem supersauber wirkenden großen Geschäft. Im nebenliegenden Supermarkt treffen wir dann auf gleich mehrere Arbeitskollegen, die auch ihren freien Freitag nutzen.
Alles ist vollgepackt und wird optisch gut präsentiert, das verbreitet eine gewisse Festtagsstimmung. Wie bei uns. Weihnachten möchten wir ja vielleicht auch ein paar Köstlichkeiten im Haus haben und die Handelsketten hoffen auf Extraumsätze.
Das hohe Klinikgebäude ist eines unter vielen niedrigeren. Man kann es von der Terrasse aus gut sehen. Sogar vom Skywalk aus konnten wir es entdecken und somit auch unser Haus.
Auf der Terrasse halte ich wieder Ausschau nach den Sonnenuntergang, verpasse aber mal wieder den richtigen Zeitpunkt. Macht nichts, es ist sowieso wieder dunstig.

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