Nach dem tagelange Buchungsprobleme mit Lufthansa glücklicherweise erfolgreich bewältigt werden konnten und auch der Streik an den Flughäfen mich nicht betraf, da ich die Bahn am Tag zuvor nahm, habe ich erschöpft die Nacht am Frankfurter Flughafen in einem Hotel verbracht.
Die 6 Stunden Flug gingen schnell vorbei. Da der Flieger nicht voll war, konnte ich mich umsetzen und hatte somit zwei Plätze für mich alleine.
Die Einreise verlief problemlos. Vorausgesetzt, dass man die nötige die nötige Portion Geduld schon im Gepäck hatte. So ganz war das bei mir noch nicht der Fall.
Eine junge Frau, die schon zum dritten Mal ihren Freund besuchte, nahm mich ins Schlepptau, und so konnte ich von ihren Erfahrungen profitieren. Dort wo es eigentlich einen Stempel geben sollte, nachdem die Fingerabdrücke erfolgreich gescannt waren und ein Foto vom Gesicht gemacht wurde, saß eine Einheimische, die anscheinend sehr viel mehr Zeit hat als wir.
Nachdem sie die Fingerabdrücke der jungen Frau nach diversen Anläufen endlich erfolgreich im Computer hatte, teilte sie ihr überraschenderweise mit, dass wir doch woanders hin müssten, weil die Kamera für das Foto ja kaputt sei, was sie natürlich vorher gewusst haben dürfte. Sie hat sie in unserer Gegenwart gar nicht erst berührt...
Und nur die Fingerabdrücke vorsichtshalber schon mal bei mir abzunehmen, das ging natürlich absolut nicht. Also sind wir zur nächstliegenden Warteschlange gegangen und haben uns dort eingereiht. Sie bekam ihr Foto, ich auch. Meine Fingerabdrücke machten mehr Probleme, aber der junge Mann drückte meine Finger kräftig auf die Platte, und so bekam ich auch meinen Stempel. Allerdings erst, nachdem die junge Frau heftig mit ihm diskutiert hat und eine einheimische Einreisebeamten hinzu kommen musste, um den jungen Mann davon zu überzeugen, dass meine Impfdaten genau dieselben seien wie die von der jungen Frau und somit auch gültig waren.
Das war ihm vorher offenbar nicht klar. Verstanden habe nicht, was das nun wieder sollte, aber ich hatte meinen Stempel, und wir konnten unsere Koffer, die lange schon vom Band genommen waren, holen.
Keiner wollte in die Tasche gucken, keiner wollte in den Koffer sehen oder hat irgendetwas gefragt, wir wurden einfach durchgewunken. Wir hatten beide schon unserer Abaya übergezogen, was viele westliche Ausländerinnen aus dem Flugzeug auch gemacht haben. Letztendlich ist das nichts anderes, als wenn man sich ganz einen dünnen langen Mantel überzieht, den man offen oder geschlossen tragen kann.
Aber mindestens so viele Frauen sind auch in ihrer ganz normalen westlichen Kleidung eingereist. Das ist eben auch kein Problem. Weder Abaya noch Kopftuch sind Pflicht!
Die Wiedersehensfreude mit Sohn und Schwiegertochter war natürlich groß. Durch den abendlichen Stau bis deren Zuhause waren es etwa 40 Minuten.
Der Abend wurde noch lang. Schließlich war ja auch Donnerstagabend. Freitag und Samstag ist hier Wochenende, Sonntag wieder der erste Arbeitstag.
Nach einem längeren Flug brauche ich immer noch ein wenig Bewegung, und wir haben eine Runde durch den Compound gedreht. Die Wohnanlage ist ziemlich groß mit vier verschiedenen Typen von Häusern, die gruppenweise im Laufe der Jahre entstanden sind. Man wohnt also in Compound 1, 2, 3 oder 4, wobei in 4 die zuletzt gebauten Häuser sind. Die Häuser sind im jeweiligen Bauabschnitt immer identisch gebaut und unterscheiden sich insgesamt durch Größe, aber nicht im Baustil. Am Erhaltungszustand und dem Bewuchs rundherum kann man schon erkennen, welche schon länger stehen. Es ist aber alles gut ausgeschildert.









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