Samstag, 26. März 2022

ein ruhiger Samstag - Alltag in Riad

Das Wochenende in Saudi-Arabien beginnt am Freitag. 

Freitag ist der Tag, an dem man zum Gebet zusammen kommt, und durch die Tradition des Freitagsgebetes wird der Freitag zum bedeutendsten Tag der Woche.

Da das freie Wochenende auch 2 Tage dauert, ist also Samstag auch frei. Der Freitag entspricht aber in der Bedeutung dann eher unserem Sonntag.  

Erst seit Ende Juni 2013 ist das so. Damals verordnete König Abdullah von Saudi-Arabien die Umstellung des Wochenendes von Donnerstag/Freitag auf Freitag/Samstag. Dadurch wurde es zB. etwas einfacher, mit ausländischen Firmen im Kontakt zu sein.

Ausflüge sind für uns am hiesigen Wochenende eher weniger angesagt. Da natürlich auch saudische Familien etwas unternehmen, dürfte es dann dort erheblich voller sein.

Das sieht man auch in den Malls, die freitags abends immer voller werden. Am Nachmittag ist die Hauptgebetszeit, erst danach geht es in die Mall. Und dann mit der ganzen Familie und der meist philippinischen Hausangestellten, die oft die Einkäufe im Einkaufswagen schiebt. Spazieren durch die Mall kommt mir hier wie eine Art Hobby vor. Auf der offiziellen Website des Landes werden die teils riesigen und exklusiven Malls auch angepriesen als Sehenswürdigkeit für ausländische Besucher.

Samstags sind die Geschäfte auch recht gut besucht. Sie  füllen sich aber erst ab dem späten Nachmittag. Das Leben ist insgesamt mehr auf den Abend verlagert. In ein Restaurant kann man gar nicht spät genug gehen. Andere Länder, andere Sitten. Alles völlig normal. 

In Deutschland gehen wir halt auch schon früher los. Vieles hängt natürlich auch mit den klimatischen Verhältnissen zusammen. Ganz früh hat noch kein Geschäft auf, dann wird es heiss und kühlt erst nach Sonnenuntergang ab. Je nach Jahreszeit mehr oder weniger. Abends lässt man sich auch gerne in den zahlreichen Parkanlagen zum Picknick nieder. Tagsüber ist es eben viel zu heiß.

Bis jetzt (26.März) hatte ich hier Glück mit dem Wetter. Es waren kaum über 30 Grad  Die Luftfeuchtigkeit schwankte bislang zwischen 15 und 35 %. Ich habe noch nicht ein einziges Mal geschwitzt wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit. An der Haut merke ich es schon. Ein bisschen mehr Eincremen macht Sinn…

Seit gestern steigt die Temperatur mittags über 30 Grad. Nächste Woche noch mehr, aber für die Woche drauf sind schon 40 Grad angekündigt. Dann dürfte ich schon wieder im kühlen Europa sein und mir vielleicht  mehr Wärme wünschen.

Mein erster Freitag war ja  ein richtig voller Tag 

Zu dem Zeitpunkt war ich gerade eine Nacht hier. Wir gehen es daher heute etwas ruhiger an. 

Auf dem Programm : kurzer Einkauf. Ansonsten müssen natürlich im Haus auch alltägliche Dinge erledigt werden.

Wir gehen zu Fuß zur nächsten Mall. Ich schätze, für den Weg brauchen wir etwa 15- 20 Minuten. Es ist etwa 14:00. Sonnenschutz nicht vergessen! Kappe auf oder den Schal hochziehen. Letzteres ist mir dann angenehmer, weil die Kappe und die Sonnenbrille mit der Zeit drücken. Das nächste Mal werde ich meinen Regenschirm mitnehmen. Der gibt mir wenigstens ein bisschen Schatten.

Zuerst müssen wir den Compound verlassen. Für den  Weg braucht man bestimmt auch schon 10 Minuten. Dabei läuft man aber innerhalb der schönen Anlage. Es gibt 4 Compounds, die einmal nach Baujahr benannt waren. Aus unerfindlichen Gründen ist das System etwas durcheinander geraten,

Wir wohnen in Palm Villa Nr 4.

Die PalmVillas Nr 2 wurde als letzte vor Nr 4 gebaut und die ältesten Häuser sind schon 30- 35 Jahre alt. Entsprechend schön sind dort der Baumbestand und die Beete in den Anlagen.





Auf den Fotos oben sind Häuser älterer Bauart zu sehen.

An 2 Kontrollposten vorbei geht es raus. Der Weg führt nun entlang einer viel befahrenen dreispurigen Straße, an der der Verkehr über viele Stunden am Tag und auch abends absolut nicht zur Ruhe kommt, sondern sich auch noch ganz oft staut. Es ist nicht möglich diese Straße zu überqueren, da es keine Fußgängerampeln gibt. Zum Krankenhaus hier in gegenüber, einem riesigen Gelände, da gibt es zwar eine Ampel, aber die funktioniert nicht. Das braucht sie aber auch offenbar nicht, ob du wieso so gut wie keiner zu Fuß kommt.
Wenn jemand hier in der Gegend mit den eigenen Füßen unterwegs ist, dann sind es Krankenschwestern, die zu Fuß ihrem Heimweg angetreten haben oder Leute wie wir, die zum Einkaufen gehen, weil sie kein (noch) Auto vor der Tür stehen haben. Üblich ist es nicht,  durch die Gegend zu laufen und auch noch Einkäufe dabei herum zu schleppen. 
Richtige Bürgersteige, so wie wir sie kennen, gibt es meistens gar nicht. Und Schatten schon mal überhaupt  nicht. Für mich ist Einkaufen immer immer nteressant, da ich mir gerne anschaue, was in anderen Ländern alles angeboten wird.

Da wären wir schon mal wieder bei den Datteln angekommen. Davon kann es anscheinend nie genug geben. Es gibt viele unterschiedliche Sorten. Darunter sind preiswerte, aber auch ganz edle Früchte, die einen guten Namen haben und entsprechend teuer sind. Die sind im normalen Supermarkt gar nicht zu haben.

 


Die Fleischabteilung zieht sich ganz schön an der Wand in die Länge. Das Angebot kann sich sehen lassen.


Heute Abend soll es frischen Fisch geben ! Die Auswahl ist gross, die Qualität offenbar sehr gut!



Den Durst kann man mit alkoholfreiem Holstenbier stillen. Es schmeckt allerdings völlig anders als in Deutschland, aber es ist o.k.


Auch an Käse mangelt es nicht. Wir nehmen gleich eine ordentliche Portion Gouda mit.


An Nüssen und Trockenfrüchten kommen nicht vorbei, ohne eine ordentliche Portion abwiegen zu lassen.. 


Und an den vielen arabischen Kaffeesorten ( unten mittig) ) erst recht nicht. Ich staune !



Schwerer bepackt als geplant machen wir Exoten uns zu Fuß  auf den Heimweg in der Hitze. Es ist eine Erholung, wieder im Compound anzukommen und die letzte Kurve zu nehmen.


                                      Genau an der Ecke geht es hinein in unsere Palm Villas 4.



Unser Haus ist erreicht. Das Auto des Nachbarn steht wie immer in der Sonne. Damit bewältigt  der neue Mieter seit Wochen seinen Umzug aus einem älteren Haus im Compund hierher. Alles wird portionsweise in kleinen Kistchen und Tüten oder auch einzeln von ihm hierher transportiert.
Möbel braucht man ja nicht mitzunehmen, da sie in dem Haus bleiben. Und es macht keinen Sinn sich neue zu kaufen, weil man die alten nicht wegwerfen darf. Also bleibt mehr oder weniger nur der Inhalt der Schränke zum Umziehen oder vielleicht kleinere Möbelstücke, die sich  gut transportieren lassen.. In seiner umzugsfreien Zeit widmet der Umzügler sich dann liebevoll seinen kleinen Kindern und spielt mit ihnen draußen.


Vor der Haustür werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Das Futter ist immer schnell weg. Die Konkurrenz ist gross! 


Auf der Dachterrasse kann ich mich erstmals am späten Nachmittag umschauen. Sehr gemütlich ist es da, wenn es nicht zu heiss ist. 
 




Mir ist es tatsächlich jetzt etwas kühl geworden.  Draußen heiss, drinnen Klimaanlage… Daran muss sich der Körper erste langsam  gewöhnen.


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